Radio in der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts

Mit der Digitalisierung und dem Internet kamen Techniken, die das Radiomachen entscheidend veränderten und neue Akteure (podcast, streaming, on demand) auf den Plan gerufen haben. Inwieweit verändert sich dadurch der ursprünglich gesellschaftlich definierte Auftrag von Radio? Wenn jeder Audios im Internet verbreiten kann, wozu braucht eine Gesellschaft dann noch Radio? Bestimmt heute nur noch die Nachfrage das Angebot? Ändert der Medienwandel die Gesellschaft oder reagieren die Medien nur auf Veränderungen? Wir möchten eine grundsätzliche Debatte dazu anstossen und Soziologen, Philosophen, Ökonomen, Medienwissenschaftler und Praktiker einladen, sich daran zu beteiligen.

Für einen neuen Kommunikationsvertrag

Udo Göttlich

von Udo Göttlich. Der "digitale Strukturwandel der Öffentlichkeit" verlangt nach einem neuen gesellschaftlichen "Kommunikationsvertrag". Der muß sich aber erst herausbilden und der öffentlich rechtliche Rundfunk darin seine Position finden. Udo Göttlich ist Professor für Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen. Er forscht über den gegenwärtigen und historischen Prozess des Wandels von Öffentlichkeit und Medien. Weiterlesen...

Der öffentliche Auftrag

Dagmar Gräfin Kerssenbrock

Wie sich der Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts ändern müsste, damit befasst sich Dagmar Gräfin Kerssenbrock. Die CDU-Politikerin war im NDR Mitglied des Rundfunkrats und bis Juni 2018 Vorsitzende des Verwaltungsrats Weiterlesen...

"Ein Public Open Space"

Barbara Thomaß In unserer Reihe "Radio in der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts" befasst sich Barbara Thomaß mit den öffentlich-rechtlichen Medien in der digitalen Welt. Barbara Thomaß ist Professorin für Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum. Ihr Forschungsschwerpunkt sind Mediensysteme im internationalen Vergleich. Sie ist Mitglied im ZDF Verwaltungsrat sowie Mitglied des Netzwerks Medienethik. Weiterlesen...

"Eine Leitidee für den Rundfunk"

Hermann Rotermund Wer gehofft hatte, in diesem Sommer eine medienpolitische Wende zu erleben, sieht sich getäuscht. Es liegen keine neuen Konzepte auf dem Tisch, die dem heutigen Rundfunk eine Zukunft im Netz der Netze bahnen. Hermann Rotermund entwickelt eine „Leitidee für den Rundfunk“ und sagt: Zukunftsfähige Veränderungen des Rundfunksystems müssen an seinem Zentrum ansetzen, am rundfunkrechtlichen Programmauftrag. Hermann Rotermund hat viele Jahre als Kurator in Verlagen gearbeitet, leitete das EU-Forschungsprojekt "Grundversorgung 2.0" und ist Fellow am Center for Advanced Internet Studies Bochum.  Weiterlesen...

"Vom Auftrag zur Ungewissheit"

Dirk Baecker
Hat der Rundfunk einen gesellschaftlichen Auftrag? Historisch kann man diese Frage nur mit Ja beantworten, doch ist sie damit auch prinzipiell beantwortet? Es gab Zeiten, da glaubte man, dass Organisationen wie Behörden, Unternehmen, Krankenhäuser, Schulen, Armeen, Kirchen und eben auch Rundfunkanstalten allesamt einen gesellschaftlichen Auftrag haben.  Doch diese Zeiten sind vorbei.
Der Soziologe Dirk Baecker ist Inhaber des Lehrstuhls für Kulturtheorie und Management an der Universität Witten/Herdecke. Weiterlesen...

Radio in der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts

Wenn jeder sein eigenes Radio veranstalten kann und audios im Internet verbreiten, wozu braucht eine Gesellschaft dann noch Radio? In seinen Anfängen war das Medium geprägt von einem gesellschaftlichen Auftrag, dem sich die Radiomacher annahmen und den Hörern entsprechende  Angebote unterbreiteten. Bestimmt heute nur noch die  Nachfrage das Angebot?  Wolfram Wessels über die neue Essay Reihe in Cooperation mit epd Medien. Weiterlesen...